Erstellt von Rudi-Michael Wienecke

Tangermünde erlebte sein größtes Sportfestival / Tod eines Teilnehmers überschattete den Marathon. Am gestrigen Sonntag erlebte Tangermünde sein größtes Läuferfestivat im Jahresverlauf. Knapp 2200 Sportler gingen an den Start, um den elften Elbdeichmarathon zu bewältigen.

T

angermünde l Gestern 9.30 Uhr in Tangermünde: Parkplätze waren in der Innenstadt kaum noch zu finden. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes hätten viel zu tun gehabt, denn selbst in Einbahnstraßen standen die Autos entgegen der Fahrtrichtung. In der alten Kaiserstadt wimmelte es von Menschen aller Altersklassen in Sportkleidung. Der Weg zum Hafen wurde für Aufwärmübungen genutzt. Dort traf sich die Läuferwelt.

Carsten Birkholz und Thomas Staudt vom Vereinsvorstand Tangermünder Elbdeichmarathon konnten knapp 2200 Starter aus allen Teilen Deutschlands, aus Holland, Polen, Dänemark und selbst aus Namibia begrüßen. Mitgebracht hatten die Läufer zahlreiche Fans, so dass sich die Hafenpromenade schnell füllte. Staudt versäumte es nicht, sich bei den über 200 Ehrenamtlichen aus Vereinen und Schulen zu bedanken, ohne die solch ein Sportevent nicht möglich wäre. Selbstverständlich wurden auch die Sponsoren erwähnt, denn neben „viel Mühe, Schweiß, Ärger und manchmal auch Streit“ koste eine Veranstaltung in dieser Größenordnung eine fünfstellige Eurosumme.

Schirmherr Carsten Wulfänger (CDU), Landrat im Landkreis Stendal, gab den Teilnehmern die besten Wünsche mit auf den Weg. Tangermündes Bürgermeister Jürgen Pyrdok (parteilos) bat die Starter, mit ihren Kräften zu haushalten, denn während sich die 10 000 bis 15 000 Zuschauer im Start- und Zielbereich sowie entlang der Strecke über viel Sonne freuen konnten, wären den Teilnehmern sicherlich einige Grade weniger angenehmer gewesen.

Bölsdorfer und Bucher feierten die Läufer
Pünktlich um 10 Uhr fiel der Startschuss zum elften Tangermünder Elbdeichmarathon. 131 Männer und Frauen wählten die Königsdisziplin, begaben sich auf den 42,195 Kilometer langen Kurs. Das sei recht wenig für eine Veranstaltung, die „Marathon“ im Namen trägt, gaben die Veranstalter zu. Unter dem Aspekt, dass die Saison erst beginne, sei diese Zahl aber doch recht hoch, denn die Leichtathleten würden sich aktuell auf kürzeren Strecken auf die Jahreshöhepunkte vorbereiten. Entsprechend mehr Starter nahmen die zehn Kilometer beziehungsweise den Halbmarathon unter die Schuhe. Auch der 4,2 Kilometer lange Mini-Marathon und der Kinderlauf am Nachmittag fanden großen Anklang.

Mit einer veränderten Streckenführung sorgten die Organisatoren dafür, dass der Elbdeichmarathon in diesem Jahr seinem Namen wieder gerecht wurde. So führte die zweite Runde über den Sommerdeich und am Bölsdorfer Haken vorbei in Richtung Bölsdorf. Auch ansonsten gab es neben dem kraftzehrenden Strapazen viel Natur entlang der Strecke zu erleben.

Motiviert wurden die Akteure nicht nur im Start- und Zielbereich am Tangermünder Hafen, sondern auch in den Ortschaften entlang der Strecke. In Bölsdorf wurden die Helden des Tages mit Fanfaren, Sirenen und viel Applaus begrüßt. Hier organisierte die Feuerwehr dieses kleine Fest. In Buch zeichneten Ortsbürgermeister Günter Rettig und der Reitverein für einen würdigen Empfang der Läufer mit Musik und Moderation.

Überschattet war der Wettkampf vom Tod eines Teilnehmers. Wenige Meter vor dem Start- und Zielbereich brach ein 38-jähriger Läufer aus Stendal zusammen und auch der herNotarzt konnte ihn nicht mehr retten.