Erstellt von Anke Schleusner-Reinfeldt

Schönhausen l Jean Zepernick brauchte gerade mal 44 Minuten und ein paar Sekunden für diese Distanz. Sie ist selbst überrascht, dass sie die Schnellste war, „da haben wohl die Top-Läuferinnen gefehlt“, stellt sie ihr Licht selbst etwas unter den Scheffel. Der Pokal hat zu Hause auch einen Ehrenplatz bekommen.

Auch die Kinder der 40-Jährigen sind beim Mini-Marathon dabei gewesen: Der sechsjährige Arik war in seiner Altersklasse ebenfalls Sieger, und auch die zwölfjährige Rika (15. Platz) und der 13-jährige Kari (7. Platz) waren mit ihren Leistungen zufrieden.

Laufen ist Tradition

Das Laufen spielt in der Familie von Jean Zepernick, geborene Poppe, schon immer eine große Rolle. Denn es ist eine Sportart, die man immer und überall ohne großen Aufwand ausüben kann. Jeans Eltern waren in der Schönhauser Laufgruppe „Komm mit“ aktiv und die Kinder natürlich immer dabei. So ist das Laufen auch die Leidenschaft von Jean und ihrer älteren Schwester Mandy. Die allerdings konnte am Sonntag in Tangermünde aus gesundheitlichen Gründen „nur“ auf dem Fahrrad dabei sein: Als Begleiterin war sie für die schnellste Frau auf der 10-Kilometer-Strecke vom Org-Team eingeteilt worden. Als ihre Schwester aus dem großen Läuferpulk herauslief und sie sie erblickte, freute sie sich natürlich riesig und konnte sie bis zum Zieleinlauf ordentlich anspornen. Und auch die Läuferin freute sich über die Begleitung. „Auf dem Elbdeich zu laufen, ist durch die ständige Begegnung mit den entgegenkommenden Läufern abwechslungsreich. Die letzten drei Kilometer allerdings waren dann doch anstrengend und ich hab mich gefragt, warum ich mir das antue. Aber das geht wohl vielen Freizeitsportlern so.“

Jean Zepernick, die in Wolfsburg arbeitet und täglich mit dem Zug dorthin fährt, versucht, zweimal pro Woche zu laufen – meist dann, wenn die Kinder zum Fußball- beziehungsweise Basketballtraining sind. Die Wochenenden verbringt sie dann am Spielfeldrand, um ihre Kinder anzufeuern. Mittwochs ist noch Schwimmen angesagt. Und da sie ihr Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit immer dabei hat, um schnell vom Bahnhof ins Büro beziehungsweise nach Hause zu kommen, ist auch das noch zusätzliches Training. Und wenn der Anschlusszug in Stendal nach Schönhausen dann mal weg ist, fährt sie eben auch diese Strecke mit dem Rad.

Neben dem Elbdeichlauf sind es nur noch zwei sportliche Veranstaltungen in der Region, an denen die Schönhauserin teilnimmt: der Schönhauser Bismarcklauf am 3. Oktober und der Triathlon in Wischer. Ein Ziel setzt sie sich dabei schon: unter den zehn Besten sein! Und wenn dann wie jetzt in Tangermünde der Sieg herauskommt, ist das das i-Tüpfelchen.

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http://www.volksstimme.de/lokal/havelberg/20160419/elbdeichlauf-jean-zepernick-laeuft-als-erste-ins-ziel