Erstellt von Anke Hoffmeister

Mehr als 2000 Männer, Frauen und Kinder hatten sich gestern zum 9. Tangermünder Elbdeichmarathon am Hafen der Elbestadt eingefunden. Mitgebracht hatten sie etwa noch einmal so viele Menschen, so dass der Sonntag zwischen Wasser und Stadtmauer zu einem Familiensonntag bei schönstem Aprilwetter wurde.

Tangermünde l „Es gibt keinen vergleichbaren Lauf.“ Und der, der das sagt, muss es wissen. Thomas Prochnow flaniert am Sonntagmorgen über den großen Platz unterhalb der Stadtmauer. Seit einigen Jahren unterstützt der Sportwissenschaftler, Trainer und Autor nicht nur den Tangermünder Elbdeichmarathonverein mit seinem Wissen, das er in Seminaren in Tangermünde weitergibt. Prochnow packt auch bei dem Lauf selbst mit an.

„Das hier ist eine sehr harmonische, sehr ruhige Veranstaltung“, beschreibt er die Atmosphäre. Warum das so ist, was diesen Lauf von anderen unterscheidet, weiß er dabei auch zu beschreiben. „Es gibt hier viele Helfer und jeder weiß, was er tun muss.“ Außerdem sei es ein Lauf „von Läufern für Läufer mit viel Liebe gemacht“. Das alles würden die Sportler spüren. Gelassen und ruhig könne hier jeder an die Startlinie gehen.

Das ist ganz sicher auch der Grund dafür, dass Familie Große aus Jerichow seit neun Jahren mit von der Partie ist. „Es ist einfach immer wieder schön hier, und wir haben in all den Jahren noch kein einziges Mal richtig schlechtes Wetter gehabt“, erinnert sich Andreas Große, dessen ältester Sohn Sebastian gestern seinen ersten Halbmarathon absolviert hat.

Auch für Klaus und Martina Kosink aus Grobleben ist der Marathon direkt von der Haustür in den vergangenen Monaten Anreiz genug gewesen, regelmäßig zu trainieren und bei den 10 Kilometern an den Start zu gehen. „Wir haben es geschafft“, freut sich Martina Kosink über die Tatsache, erstmals in ihrem Leben eine solche Distanz bewältigt zu haben.

In der Begrüßung am Morgen mit Schirmherr Landrat Carsten Wulfänger, Bürgermeister Jürgen Pyrdok, CDU-Landtagsabgeordnetem Detlef Radke, Moderator Gerhard Sievert und Klaus Schmekies von Avacon machten Thomas Staudt und Carsten Birkholz darauf aufmerksam, „dass es uns gelungen ist, zusammen mit dem Landkreis eine kleine Mannschaft aus der Gemeinschaftsunterkunft für den Lauf zusammenzustellen“. Auch Tangermündes Flüchtlingsfamilien waren Gäste des Laufes und verfolgten das Spektakel am Hafen.

Sowohl zwischen Hafen und Stadtmauer als auch direkt im großen Festzelt herrschte am Sonntag um die Mittagszeit dichtes Gedränge. Läufer und deren Begleiter, aber auch viele Tangermünder und Gäste aus der Altmark waren hier unterwegs, genossen die Angebote angefangen von warmen Speisen über Kaffeevariationen, Crepes, frisch gebackenes Marathonbrot bis hin zu selbstgebackenem Kuchen, den die Abiturienten des Diesterweg-Gymnasiums anboten. Für die kleinsten Gäste waren Hüpfburg und Spielmöglichkeiten aufgebaut. Autoanbieter, die Bundeswehr, die AOK und zahlreiche Unternehmen aus der Stadt und Region waren mit Ständen vertreten.

Und mitten im Getümmel tauchten immer wieder die drei Vorstandsmitglieder des organisierenden Elbdeichmarathonvereins auf. Denn trotz der in neun Jahren ausgefeiltesten Vorbereitung auf diesen Tag gibt es immer wieder etwas, was noch kurzfristig geklärt werden muss. „Und wenn es nur darum geht, die Turnhallen der Stadt wieder aufzuschließen“, berichtete Carsten Birkholz am Morgen seines 31. Geburtstags. Damit die Läufer sich nach dem Duschen auch die Haare fönen können, wurde selbst das noch schnell für sie geregelt. „Zum Glück ist das hier in Tangermünde möglich“, sagte Birkholz erleichtert.