Erstellt von Walter Wagner

‚Nicht nur von führenden Kombinaten, volkseigenen Betrieben und Genossenschaften empfohlen'. Mit Blick auf die in der Altmark noch gegenwärtige Erinnerung an die DDR-Vergangenheit könnte man den Tangermünder Elbdeichmarathon so auszeichnen.

Dabei ist für den ‚Westbürger' keinesfalls erkennbar, ob die nostalgischen Anwandlungen, denen man in der Stadt ständig begegnet, nur ein netter touristisch genutzter Schwindel sind. Es könnte auch ernst gemeinte Kritik an so mancher Errungenschaft der freien Marktwirtschaft sein bzw. Hinweis auf den Verlust von Liebgewonnenem.

Jedenfalls gärt hier 25 Jahre nach dem Mauerfall keinesfalls eine konterrevolutionäre Zelle. Harleys werden offensichtlich lieber gefahren als die Schwalbe und auch mit der ‚Rennpappe' will hier keiner mehr über das Kopfsteinpflaster holpern.

Mit 100.000 Übernachtungsgästen im Jahr übertrifft Tangermünde seine Einwohnerzahl um das Zehnfache. Dazu gesellt sich eine unüberschaubare Zahl von Tagesgästen. Der Elbdeichmarathon lotet die Kapazitäten der 1000jährigen Kaiser- und Hansestadt Tangermünde aus. Besonders an einem, von der Sonne verwöhnten Wochenende. Neben dem

Burgfest - das große Stadtfest findet im September zum 28. Mal statt - zählt der noch junge Elbdeichmarathon zu den Großereignissen in Tangermünde.

 

Dass die Laufveranstaltung Jahr für Jahr vorzeitig ausgebucht ist, nimmt das

Organisationsteam des Veranstalters Tangermünder Elbdeichmarathon Marathon e.V. aber keineswegs zum Anlass, einen bequemen Stillstand einreißen zu lassen. Da wird noch immer mit Freude am Detail gefeilt. Eine größere Streckenänderung war aufgrund von Straßenbaumaßnahmen unumgänglich. Eine ‚Alternative' wurde gefunden und nach DLV Richtlinien vermessen, weiß man doch mit Carsten Birkholz und Bernd Ebert zwei anerkannte Vermesser in den eigenen Reihen. Sie fand zudem viel Zuspruch, denn ein etwas unwegsamerer nicht asphaltierter Abschnitt war dadurch entfallen. Freiwillig und erstmals hatte man den GROHE-Duschtruck gemietet. Heiße Duschen für alle waren damit gesichert. Der Nebeneffekt war, dass die Läuferinnen und Läufer das Start-Ziel-Terrain auf der Hafenpromenade zum Duschen nicht mehr verlassen mussten. Dadurch verzögerte sich das Abwandern in die einladende und erlebnisreiche Gastronomie der Altstadt.


den kompletten Laufbericht gibt es unter:

http://laufreport.de/archiv/0415/tangermuende/tangermuende.htm