Erstellt von Tobias Haack

7. Tangermünder Elbdeichmarathon: Zwischen London, Rotterdam, Wien und Tangermünde gibt es eigentlich wenig Gemeinsamkeiten, doch am Sonntag hatten alle vier Städte eines gemein: Sie richteten einen Marathon aus.

Und auch wenn sich in den drei Metropolen wesentlich mehr Athleten auf die 41,195 Kilometer lange Strecke wagten als in der altmärkischen Provinz, wird es für die Läufer wohl nirgends anstrengender gewesen sein, als auf den Tangermünder Elbdeichen. Bei teils heftigem Gegenwind mussten die Aktiven an ihre Schmerzgrenze gehen.

„Das war heute alles vom Winde verweht“, fasste der diesjährige Marathonsieger Markus Ratgeber die Bedingungen kurz nach seinem Zieleinlauf zusammen. Dass der 37-jährige Berliner am Ende triumphieren würde, war zur Halbzeit des Rennens, als die Läufer erstmals die Start-und-Ziellinie überquerten, noch nicht abzusehen. Zu diesem Zeitpunkt führte der spätere Zweitplatzierte Yves König noch relativ souverän, doch nicht nur er bekam in der zweiten Rennhälfte Probleme. „Der Wind wurde noch heftiger. Da sind die anderen um mich herum alle langsamer geworden und ich habe auch gesehen, dass ich keine gute Zeit laufen werde. Am Ende ging es mir nur noch darum, Platz eins zu erreichen und damit meinen ersten Marathon überhaupt zu gewinnen“, machte Ratgeber das Beste aus den anspruchsvollen Witterungsbedingungen und feierte im 14. Anlauf seinen ersten Triumph. Seine offizielle Zeit von 3:00:32,9 Stunden war ihm jedoch „drei, vier Minuten zu langsam.“ Insgesamt lag sie sogar gut 22 Minuten über dem Tangermünder Streckenrekord.

Weniger Einfluss hatte die Witterung auf die kürzeren Distanzen. Frank Schauer aus Kalbe unterbot über die zehn Kilometer, wie vorher angestrebt, die bisherige Bestzeit und lief starke 31:34,4 Minuten. Den Halbmarathon sicherte sich Sebastian Anselm vom Team Avacon in 1:18:35,5 Stunden. Die schnellsten Frauen waren Kathleen Schulz (Marathon/3:29:01,5), Silke Zimmermann (Halbmarathon/1:32:55,5) und Mathilde Tittel (10 km/40:12,9).

Bei den Kindern und Jugendlichen, die erst am Nachmittag in ihren Rennen starteten, jubelten am Ende die Stendalerin Tabea Schmelzer und Melvin Evers über die 800 Meter sowie Immo Steinberg und Elisabeth Döhmann (beide Tangermünde) über die drei Kilometer.