Erstellt von Anke Hoffmeister

Nicht ganz ein Jahr dauerten die Vorbereitungen. Jetzt ist der 6. Elbdeichmarathon schon wieder Geschichte. 1800 Läufer lockte er gestern nach Tangermünde und mindestens das vierfache an Zuschauern noch dazu. Ein Volksfest beherrschte den Hafen.

Sie kennen den Elbdeichmarathon in Tangermünde nicht erst seit gestern. Die Schwestern Susann Drogi und Ilka Stütz-Winter waren in den vergangenen Jahren oft als Zuschauer dabei, liefen in ihrer Freizeit "so ein bisschen". Seit gestern zählen sie sich zu den aktiven Teilnehmern. Sie haben erfolgreich teilgenommen, die zehn Kilometer geschafft. Auch Nicole Bull aus Tangermünde kann es kaum fassen. "Ich bin noch nie zehn Kilometer gelaufen, heute das erste Mal", erzählt sie begeistert. Zwischendurch seien ihre Beine mächtig schwer geworden. "Doch die Zuschauer, die holen einen wirklich auf den letzten Metern ins Ziel", schwärmt sie von der Stimmung am Hafen, ist völlig begeistert, welche Macht klatschende Zuschauer auf müde Läuferbeine haben.

Schnell sind in diesem Jahr die Marathon-, Halbmarathon- und Zehn-Kilometer-Läufer ins Rennen geschickt. "Eine tolle Strecke", sagen all die, die in der Vergangenheit über den Deich in den Lauf gingen. Die Variante über die Landstraße "ist absolut entspannt gewesen". Und während sich die vielen Sportler dem Ziel entgegenkämpfen, gibt es Spaß, Spiel, Unterhaltung und Gespräche am Hafen.

Innenminister Holger Stahlknecht, Bürgermeister Rudolf Opitz, Landrat Carsten Wulfänger sowie Detlef Radke und Katrin Kunert sind Ehrengäste dieses sportlichen Großereignisses. Sie wünschen den Teilnehmern an diesem sonnigen Tag viel Erfolg. Stahlknecht lobt die Andacht in St. Stephan vor dem Lauf, nennt sie "eine Gelegenheit, die innere Ruhe zu finden, um damit in die wunderbare Natur zu starten". Im nächsten Jahr, so verrät er den Organisatoren Thomas Staudt und Carsten Birkholz, wolle er als Läufer mit an den Start gehen. Katrin Kunert wolle sich anschließen.

Eine Hüpfburg auf dem Spielplatz ist der Renner bei den Kindern. Alle anderen Spielgeräte erleben Hochkonjunktur. Väter spielen mit ihren Kindern Fußball, überall sitzen junge Eltern mit ihrem Nachwuchs, genießen die Sonne, die Atmosphäre. "Es ist einfach toll hier", sagt Marie-Luise Hoffert begeistert. Sie ist zu Besuch bei einer Freundin in Tangermünde. Ein Spaziergang hat die beiden durch Zufall an die Elbe geführt. Sie genießen das Flair, die Sonne, den Kaffee.

Aber auch jene, die die Marathonveranstaltung als Aktive begleiten, sind glücklich. "Vor allem natürlich über das Wetter", freut sich Jeanette Erdmann von der AOK. Unter dem grünen Zelt versorgt sie zusammen mit Kollegen Läufer und Besucher mit Informationen, Äpfeln, Aktionshinweisen und die Kinder mit Heliumluftballons. Diese gehen pünktlich zum Kinderlauf-Start in die Luft. An jedem Ballon hängt ein Adresskärtchen. Auch die Bundeswehr, die Volkbank, etliche regionale Unternehmen sind mit von der Partie, locken Besucher an und informieren.

Wie in jedem Jahr verkaufen Abiturienten im Zelt viel Kuchen, finden nach jedem Lauf die Ehrungen statt. Jeder Läufer erhält Medaille und Urkunde. Für die Schnellsten gibt es wunderschöne Pokale. DJ MT Jachi moderiert die Ehrungen im Zelt, während die Ankunft der Läufer von Thomas Schulze verkündet wird. Fast ununterbrochen spricht er in sein winziges Mikrofon und hält die vielen Zuschauer so auf dem aktuellsten Stand.

Neu ist in diesem Jahr die Vernetzung der Vereinsvorstandsmitglieder. Sie sind mit kleinen Ohrsteckern verkabelt, sop wie sie die Sicherheitskräfte des Innenministers tragen. "Das ist eine super Sache", erklärt Carsten Birkholz. Die Verbindung über Handy war in den vergangenen Jahren nicht so optimal gewesen. Ein besonderes Lob hat gestern noch Axel Künkeler parat. "Die Stimmung in den Orten ist einfach gigantisch. Auch das macht den Lauf so besonders." Der Magdeburger, der schon bei etlichen großen Läufen dabei war und für den Laufreport darüber berichtet hat, liebt den Tangermünder Elbdeichmarathon. "Hier passt einfach alles - Größe und Natur."