Heute war der große Tag. Die Nacht war beizeiten zu Ende, denn die Anfahrt ins 220 km entfernte Tangermünde sollte noch vor dem Lauf, und nicht wie sonst üblich, tags davor erfolgen. Ich war vorfristig wach und so konnte ich bereits 5:30 Uhr aus den Federn hüpfen. Für den Sonntag genau die richtige Zeit. ;-) Aber was macht man nicht alles für den Spocht.

So durfte ich nach dem Frühstück noch mal im “SportTracks” schmökern, wie denn die Laufzeiten in diesem Jahr aussahen. Mit meinem lieben Telecoach haben wir gestern Abend noch mal die Rennstrategie festgelegt, die ich aber heute früh erst mal in Teilen über den Haufen warf. Die 4:18 min/km hatte ich erst mal auf 4:15 min/km korrigiert, denn die Zeit meines Wettkampfes im Januar und des Testlaufes vom Februar sollte schon (erheblich) verbessert werden. Zugegebener Maßen hatte ich den letzten Testauf in 2 fünf Kilometerabschnitte geteilt (ich schwächelte). Doch seit dem waren ja bereits 6 Wochen vergangen und man war ja nicht untätig. Insgeheim hatte ich auch gehofft, endlich mal die 5km Zeit zu pulverisieren, die schon seit Ewigkeiten bei 21:10 min stand.

Der guten Vorsätze waren also genug gefasst und so machten wir uns kurz nach 7 in Richtung Elbdeich auf den Weg. Das Wetter war mehr als einladend. Die Sonne hatte Urlaub und der Regen Dienst. Viel größere Sorgen bereiteten mir die Temperaturen, die zwischenzeitig mal auf nur 3°C fielen. Und ich hatte keine warmen Sachen eingepackt.

Kurz vor Tangermünde war dann aber alles bestens. Die Temperatur hatte sich auf 7°C stabilisiert und der Regen aufgehört – der Wetterbericht stimmte. Sicher, weil der Oberwettermacher zur Zeit keinen Dienst tun darf ;-)

In der Marathonhochburg für einen Tag waren alle Anlaufpunkte super ausgeschildert oder konnten durch erfragen ohne viel Mühe gefunden werden. Die “Stadt” war eh komplett auf den Beinen. Außer Läufer war nix zu sehen. Nach dem Einlaufen, das aufgrund der vorgerückten Stunde nur 1,4 km lang sein konnte, nahmen wir auch schon in der Startaufstellung Platz. Ich konnte mich in die vordersten Reihen mogeln, da Brutto=Nettozeit (Zeitmessfirmen eben. Machen sich’s immer leicht).

Mit dem Startschuss rannten alle wie die geölten Blitze los. Nach einer Altstadtrunde und dem Weg zum Elbdeich (1 Kilometer) war alles sortiert. Im Laufe der weiteren Strecke trennten sich die Heißsporne von den Läufern. Ich lief anfangs mit Friederike (Hecht), die mich aber aufgrund meines hohen Anfangstempos ziehen lassen musste (Tschagga). Mein 5 km Temporekord war in Reichweite, als ich km 3 bereits nach 12:26 erreichte.

Es fühlte sich wirklich gut an, was ich da heute lief und so behielt ich das Tempo vorerst bei. Nach

20:47 min

hatte ich km 5 passiert- neue PB, wie ich aber erst im Ziel feststellte.  Ich musste ja so schnell flitzen, sodass ich unterwegs für sowas keine Gelegenheit fand. Nach der Kehrtwende war recht zügig der 6. Kilometer erreicht. Jetzt konnten wir unsere “Nachhut” bewundern. Bis zum 7. Kilometer war ich weiter auf einem Kurs für ne 41-er Zeit. Doch ich nahm unbewusst raus und pegelte mich bei einer 4:20-er Zeit ein. Mein Mitläufer ruhte sich im Windschatten aus, aus dem er dann bei km 9 anzog. Na ja. Er war MHK oder jünger, da muss er noch ein bisschen über Tempoarbeit lernen. Ich ließ ihn ziehen und wollte nicht das Letzte aus mir herauskitzeln.

Die letzten 500 m hatten es noch einmal in sich. Die einzige Steigung der Strecke galt es zu bezwingen und mein Puls quittierte mit 96% HFmax. Ich verglich noch mal die Zeit und war immer noch im Soll. Nach einer kurzen Tempoverschärfung war ich nach

42:29 min

im Ziel. Bei Uhren (ja, ich hatte vorgesorgt – siehe Citylauf Dresden) gingen auf stop und ich musste erst mal einen Freudenschrei loswerden. Ziel erreicht. OEM13 ich komme ….

Jetzt pumpte ich doch ein wenig und musste dem letzten Berg erst mal “verdauen”. Meine “Bodencrew”  (Danke für die Begleitung) war bereits in Reichweite und konnte sich mit mir freuen. Man war das ein Läufchen.

Nach Begutachtung der Laufdaten zu Hause kann ich wirklich zufrieden sein. Puls und Kadenz waren im hervorragenden Bereich. Sollte es mir jetzt noch gelingen, die Schrittlänge zu verbessern, steht der 40:00 min Schallmauer im Herbst nichts mehr im Wege.

Nochmal ein großes Lob an die Organisatoren. Man kann den Lauf wirklich empfehlen. Außer natürlich die Zeitmesser. Diese kriegten mal wieder nicht die Urkunden gedruckt, wie auch mit einem Brother-Home-Printer. Jedoch erhielt ich wenigstens ein Deckblatt für den Internetausdruck.

Nach bisherigem Stand kam ich auf Platz 26 (von 389) und erhielt die Holzmedaille (Platz 4) in der M45.